Der abermalige KMB-Vorstoss in Richtung HOMOSEXUALITÄT in der röm.kath. Kirche etwas zu bewegen ist sehr löblich und wirbelt in den entsprechenden Kirchenkreisen einigen - URALT-Staub auf...
HIER einige Meldungen zur KMB;
WB
Hier die Presseaussendungen der HuK & HuG
Unterstützungsaufruf für die KMB!
DerStandard / DerStandard - Userforum
DerStandard (17.7.2001) Priestersprecher: Richtig, Gottes Segen zuzusprechen - Homosexuellen-Initiative: Pfarrer segnen bereits
Gott hat die Homosexualität verboten (DerStandard über den ORF-REPORT)
WEBSITE der KMB http://www.kmb.or.at mit sehr klarem PROGRAMM (ZIELEN & TATEN)
KATHPRESS/Kirchen/Kath.Männerbewegung/Homosexualität/
Katholische Männerbewegung für einheitliches Schutzalter
Positionspapier zum Thema "Homosexualität": Unterschiedliches
sexuelles Schutzalter für Mädchen und Burschen ist diskriminierend -
Für staatlich eingetragene gleichgeschlechtliche Lebensgemeinschaften
und für kirchliche Segnung homosexueller Paare
Linz, 13.7.01 (KAP) Die Katholische Männerbewegung Österreichs (KMBÖ)
hat sich für ein einheitliches sexuelles Schutzalter für Mädchen und
Burschen - 16 Jahre - ausgesprochen. Derzeit liegt das Schutzalter
für Mädchen und für heterosexuelle Beziehungen bei 14 Jahren, das für
männliche Jugendliche in homosexuellen Beziehungen bei 18. "Wir sind
der Ansicht, dass es im Strafrecht genug Möglichkeiten gibt, um
Vergewaltigung, Nötigung oder Missbrauch von Abhängigen bzw. Kindern
zu ahnden", heißt dazu nun in einem Positionspapier der Katholischen
Männerbewegung, das von der Leitung der Teilorganisation der
Katholischen Aktion abgesegnet und am Freitag der Öffentlichkeit
präsentiert wurde.
Der sogenannte "Homo"-Paragraf 209 im Strafgesetzbuch mache keinen
zusätzlichen Sinn und bringe Ungleichbehandlung und Diskriminierung
einer Gruppe. Falls im Gesetz ein "Schutzalter" nicht verzichtbar
sein sollte, sollte dieses für alle einheitlich auf 16 Jahre
festgesetzt werden, so die Männerbewegung.
Das Positionspapier zu Fragen der Homosexualität verabschiedete das
Leitungsgremium der Katholischen Männerbewegung Österreichs während
der Sommerakademie diese Woche in Bad Leonfelden (Oberösterreich).
Bei der Veranstaltung, die dem Thema "Toleranz" gewidmet war, wurde
auch über "moderne Beziehungen" debattiert.
In dem Positionspapier heißt es, nach dem Stand heutiger
medizinischer und psychologischer Forschung sei Homosexualität keine
Krankheit, "sondern mit großer Wahrscheinlichkeit eine genetische
Variante". Homosexualität sei daher "im echten Sinne" eine Liebe zu
Personen des eigenen Geschlechts; der Betroffene könne sich dies
nicht "aussuchen". Daher plädiere man für ein Überdenken der
kirchlichen Position dazu. Im Sinne des Katechismus der Katholischen
Kirche trete die Männerbewegung dafür ein, homosexuellen Christen
"eine nachgehende, verstehende und aktive Seelsorge anzubieten".
Dazu gehört nach Ansicht der KMBÖ, Homosexuellen beiderlei
Geschlechts eine "verantwortete Partnerschaft" zu ermöglichen.
Wörtlich heißt es: "Dem Wunsch nach der Ehe können wir nicht
zustimmen, da das Sakrament der Ehe für uns per definitionem 'für die
Liebe der Partner zueinander und zur Zeugung und Erziehung von
Nachkommenschaft' eingesetzt wurde. Wir setzen uns jedoch dafür ein,
staatliche Wege (z.B. vertragliche Lebensgemeinschaft, die Ansprüche
und Rechtsnachfolge absichert) und kirchliche Wege (z.B. eine
Segensfeier) zu suchen und anzubieten, die 'Schwulen und Lesben' eine
öffentliche und verantwortete Partnerschaft ermöglicht".
Bei der Sommerakademie hatte der Eheberater, Psychotherapeut und
Leiter des Referates für Ehe und Familie der Diözese Linz, Rolf
Sauer, zum Thema homosexueller Partnerschaften erklärt: "Es ist zu
begrüßen, dass in Europa diese Beziehungen rechtliche Anerkennung
erfahren, auch wenn ich die Anerkennung als Ehe wie in Holland für
ein Missverständnis halte". Jeder Mensch habe die Anlage zu einer
reifen und bindungsfähigen Sexualität, es brauche entsprechende
Rahmenbedingungen. Sauer sprach sich ebenfalls für 16 Jahre als
generelles sexuelles Schutzalter für Jugendliche aus.
Der Sozialarbeiter Robert Höchtl, bekannt aus der ORF-Serie "Taxi
Orange", war ebenfalls als Referent aufgetreten. Er bezeichnete es
als sehr mutig und begrüßenswert, dass die KMB einen "geouteten
Homosexuellen" wie ihn eingeladen habe: "Hier wird Toleranz gelebt -
auch im Form einer Diskussion, die zum Abbau von Vorurteilen und
Ängsten beiträgt". Er freue sich, dass auch die KMB dafür eintritt,
dass auf rechtlicher und spiritueller Ebene Wege gefunden werden, um
homosexuelle oder lesbische Partnerschaften anzuerkennen und ihnen
eine ernst gemeinte Begleitung anzubieten. (Ende)
Bitte schreibt an die KMÖ, dass Ihr die Beschlüsse gut findet, dass es ein > sehr wichtiger Schritt war, sich öffentlich zu äußern und dass Ihr (als > KatholikInnen) die KMB in dieser Frage unterstützt! Es ist wichtig, Leuten Rückendeckung zu geben, die auf unserer Seite sind!
Spiegelgasse 3/11
1010 Wien
Tel. (01) 51 552-3666
Fax (01) 51 552-3764
Presseaussendung von Heinz Schubert (HuG/GRAZ)
Kirche/Homosexualität/Bischofskonferenz:
Scharfe Kritik von Schwulen und Lesben an Bischöfen
Die Ökumenische Arbeitsgemeinschaft Homosexuelle und Glaube (HuG) kritisiert die Stellungnahme der Bischofskonferenz zum Vorstoß der Kath. Männerbewegung, homosexuelle Paare zu segnen und den §209 (Schutzalter) zu streichen.
"Es zeigt sich erneut, dass es der Amtskirche nicht um eine ernsthafte Auseinadersetzung mit dem Thema Homosexualität geht." Auf Dauer werde es nicht ausreichen, sich an überkommene quasi-dogmatische Positionen zu klammern, und unter Berufung auf die inzwischen widerlegte "Verführungstheorie" an der Beibehaltung des §209 (unterschiedliches Schutzalter) festzuhalten.
Scharf kritisierte die HuG auch die Abqualifizierung homosexueller Partnerschaften als defizitär, da ihnen "die mögliche Fruchtbarkeit als auch die Ergänzung der Geschlechter" fehle. "Wer Partnerschaft allein auf die Sexualität reduziert, stellt unter Beweis, wie wenig Ahnung er von gelebten Liebesbeziehungen - egal ob hetero- oder homosexuell - hat." Anstatt Menschen auf ihrem gemeinsam Weg durchs Leben ständig Steine in den Weg zu legen, sollten sich die Bischöfe auf ihre christliche Aufgabe besinnen, und sie annehmend begleiten. Die diesbezüglichen Entscheidungen anderer Kirchen, die homosexuelle Paare bereits segnen, sollten Vorbild auch für die kath. Kirche sein.
Wer Autos, Häuser und Tiere segnet, Menschen jedoch den Segen Gottes verweigert, muss sich die Frage gefallen lassen, welche Bedeutung ein derart verstandenes Christentum noch habe, so die HuG.
Schubert abschließend: "Es ist nicht einzusehen, dass sich die Akzeptanz von Schwulen und Lesben in der röm. kath. Kirche allein auf die Einhebung des Kirchenbeitrags beschränkt, ihnen von Seiten der Amtkirche jedoch nur Ablehnung entgegenschlägt". Die Ablehnung jeder Diskriminierung homosexueller Menschen, wie sie im "Katechismus der Katholischen Kirche" postuliert wird, würde dadurch ad absurdum geführt.
Ende der Aussendung
Rückfragen: 0316/32 80 80 (Heinz Schubert)
| Der Standard: | Aufreger
Schwulen-Segnung
Bischöfe lehnen Vorstoß der katholischen Männerbewegung
ab
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Wien - In der Wortwahl
deutlich zurückhaltender als sein Bischofskollege Kurt Krenn, aber
ebenfalls ablehnend äußerte sich Militärbischof Christian Werner am
Sonntag zum Verstoß der katholischen Männerbewegung (KMBÖ) bezüglich
eines kirchlichen Segens für homosexuelle Paare. Werner sagte, er
bedauere, dass ohne Absprache mit ihm als zuständigem Referatsbischof
eine Erklärung abgegeben worden sei, "die in mehreren Punkten im
Widerspruch zur Lehre der katholischen Kirche steht".
Wie DER STANDARD ausführlich berichtete, hatte KMBÖ-Leiter Hubert Andiel Ende vergangener Woche eine spektakuläre Vorstellungen präsentiert: die Angleichung des Schutzalters sowie die Möglichkeit einer staatlichen Verbindung und eines kirchlichen Segens für schwule und lesbische Paare. Die heftige Reaktion aus St. Pölten ließ nicht lange auf sich warten. In einer Stellungnahme am Samstag forderte Diözesanbischof Krenn "die Verfasser dieses Papiers" auf, "ehestens und öffentlich ihre Irrtümer zu widerrufen". Eine Seelsorge für Personen mit homosexueller Neigung entspreche einem wichtigen Anliegen, so Werner. Eine solche Seelsorge müsse aber "auf der Grundlage der Schöpfungsordnung" erfolgen. Mit der Frage Schutzalter, Paragraph 209, (sexuelle Beziehungen zwischen Männern über 19 und unter 18 sind bei Androhung von Haftstrafen verboten) habe sich die Bischofskonferenz mehrfach befasst und sei zum Schluss gekommen, dass es keine Gründe zur Senkung des Schutzalters gebe. Allerdings wäre eine Anhebung bei Mädchen und im Zusammenhang mit Heterosexualität zu erwägen. Die KMBÖ hatte gemeint, es gebe im Strafrecht genug Möglichkeiten, um Vergewaltigung, Nötigung oder Missbrauch von Abhängigen beziehungsweise Kindern zu ahnden. Man sehe im "Homo-Paragraphen" keinen zusätzlichen Sinn. Nach dem derzeitigen Gesetzesstand entstehe die Diskriminierung dieser Gruppe. Bedenken gegen die kirchliche Segnung schwuler und lesbischer Paare äußerte am Sonntag auch der Moraltheologe Augustin M. Pötscher OSM von der Päpstlichen Fakultät Marianum in Rom: "Die Zeit ist für unsere Kirche noch nicht reif." (DER STANDARD, Print- Ausgabe, 16. 7. 2001) |
| Der Standard / Userforum |
Krenn
droht katholischer Männer- Bewegung mit Konsequenzen
Forderung nach kirchlichem Segen für Homosexuelle
sei "schwerwiegender Verstoß" - Sturm im UserInnen-Forum
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Wien - Einen heftigen
Angriff startete der St. Pöltner Diözesanbischof Kurt Krenn gegen die jüngsten
Aussagen der katholischen Männerbewegung zum Thema Homosexualität. In
einer Stellungnahme fordert Krenn "die Verfasser dieses Papiers"
auf, "ehestens und öffentlich ihre Irrtümer zu widerrufen".
Bei der Bischofskonferenz im November werde über das Verhalten der
katholischen Männerbewegung beraten "und notwendige Konsequenzen
beschlossen".
Die Männerbewegung hatte sich am Freitag dafür ausgesprochen, Schwulen und Lesben staatliche Wege zur rechtlichen Anerkennung ihrer Lebensgemeinschaften zu eröffnen und ihnen den "kirchlichen Segen" in einer speziellen Feier anzubieten. Krenn weist nun "klar und unmissverständlich" diese "Behauptungen und Forderungen zu Fragen der Homosexualität" zurück. Diese Äußerungen der Männerbewegung würden "schwerwiegend gegen die Glaubens- und Sittenlehre der Kirche verstoßen". Eine Organisation, die solche Positionen vertrete, "kann und darf das Wort 'katholisch' nicht in Anspruch nehmen". Ohne den zuständigen Referatsbischof (Militärbischof Christian Werner, Anm.) auch nur zu kontaktieren, seien "die Irrtümer" veröffentlicht worden. HOSI unterstützt Katholische Männerbewegung Die Homosexuellen-Initiative HOSI begrüßt den Vorstoß der katholischen Männerbewegung. Gleichzeitig wendet sich HOSI-Wien-Obfrau Helga Pankratz in einer Aussendung am Samstag gegen "Einschüchterungsversuche von Bischof Kurt Krenn". Immer mehr Katholiken wollten die homosexuellenfeindliche Haltung der Amtskirche nicht mehr hinnehmen und artikulierten ihre Meinung", erklärt die HOSI. An der Kirchen-Basis würde sich eine stetig wachsende Zahl an Gläubigen auch in solchen Fragen der wahren Werte des Christentums besinnen, die nicht von Ausgrenzung sondern von Akzeptanz und Nächstenliebe geprägt seien, erklärte Pankratz. HOSI-Wien-Obmann Christian Högl assistierte, dass sich Krenn "als Vertreter eines ewig gestrigen Gedankengutes" von selbst disqualifziere. Statt sich gegen eine Öffnung der Kirche für Homosexuelle zu stellen, sollten er und seine Amtskollegen "sich endlich für das unsägliche Leid entschuldigen, das die katholische Kirche Lesben und Schwulen in ihrer Geschichte angetan hat." Moraltheologe Pötscher: "Zeit noch nicht reif" Bedenken gegen die - von der Katholische Männerbewegung Österreichs geforderte - kirchliche Segnung schwuler und lesbischer Lebensgemeinschaften äußerte am Sonntag der Moraltheologe Augustin M. Pötscher OSM von der Päpstlichen Fakultät Marianum in Rom. "Die Zeit ist für unsere Kirche noch nicht reif", meinte er in einer Stellungnahme. "Eine gleichgeschlechtliche Ehe kennt weder die Schrift, noch die Tradition und an diese Vorgaben fühlt sich die Kirche gebunden", so Pötscher. Außerdem würden zum kirchlichen Eheverständnis wesentlich auch Kinder gehören. Es seien "zwei verschiedene Ebenen, etwas als gesellschaftspolitisches Faktum zu tolerieren oder ethisch gut zu heißen. Segnung würde aber ein Ja zum letzteren bedeuten und hier setzt mir meine Tradition Grenzen." Wohl schwer zu verhindern wäre es, meinte Pötscher, dass solche Segnungen mit Trauung oder Ehe verwechselt würden. Die Ehe sei aber, "wurzelnd in der Heiligen Schrift, immer als Bund zwischen Mann und Frau gesehen" worden. Pötscher plädiert aber für ein "Weiterdenken", etwa dafür, in einer ökumenischen Dialoggruppe Erfahrungen zu teilen. "Man kann hier auch in versöhnter Verschiedenheit leben, aufeinander hören, die Erfahrungen, die gleichgeschlechtliche Partner mit dem Segen der Kirche in anderen Kirchen machen, ernst nehmen, ohne schon die eigene Tradition aufgeben zu müssen." (APA) |
| ORF-ON | Deutliches Nein der Bischöfe |
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Der Homosexualität fehlen Fruchtbarkeit und Ergänzung der Geschlechter. Deshalb sagt die Kirche Nein zur Segnung homosexueller Beziehungen. |
Die
Segnung einer homosexuellen Beziehung sei nach kirchlicher Lehre nicht möglich,
stellte die Pressestelle der Österreichischen Bischofskonferenz am
Montag im Hinblick auf die Diskussion um ein Positionspapier der Leitung
der Katholischen Männerbewegung Österreichs klar. Selbstverständlich seien homosexuelle Menschen
nicht von der Zugehörigkeit zur Kirche ausgeschlossen, und die
seelsorgliche Begleitung dieser Personen sei eine wichtige Aufgabe, die
auch vielfach wahrgenommen werde. Keine Segenshandlung für Schwule Die Kirche kenne jedoch, gestützt auf den
Befund von Bibel und christlicher Anthropologie, keine Segenshandlung für
homosexuelle Beziehungen. In der Klarstellung wird daran erinnert, dass
der "Katechismus der katholischen Kirche" ausdrücklich jede
Diskriminierung homosexueller Menschen verurteile. "Fundamentale Unterschiede in der
Sexualität" Eine Gleichstellung homosexueller
Lebensgemeinschaften mit der Ehe zwischen Mann und Frau sei aber nicht
akzeptabel, weil es "fundamentale Unterschiede zwischen
Homosexualität und der Sexualität zwischen Mann und Frau" gebe. Der Homosexualität fehle sowohl die mögliche
Fruchtbarkeit als auch die Ergänzung der Geschlechter. "Keine oberflächliche
Gleichstellungsdebatte" Mit einer "oberflächlichen
Gleichstellungsdebatte" die Unterschiede zu verwischen sei nicht
geeignet, gesellschaftliche Vorurteile gegen homosexuelle Menschen
abzubauen, meinen die österreichischen Bischöfe. Der steirische Diözesanbischof Egon Kapellari
stellte zur Diskussion über eine Segnung homosexueller
Lebensgemeinschaften auf Anfrage des ORF-Landesstudios Steiermark fest:
"Eine kirchliche Segnung homosexueller Lebensgemeinschaften wird
von allen katholischen Bischofskonferenzen einhellig abgelehnt, weil sie
der kirchlichen Lehre klar widerspricht." |
Prominente Kirchenvertreter fordern Akzeptanz für Homosexuelle
Ein Teilnehmer auf der Berliner Regenbogenparade mit dem Ausspruch des Berliner Bürgermeisters Wowereit
Die Diskussion war von der Katholischen Männerbewegung Österreichs bei ihrer Sommertagung in Bad Leonfelden in Oberösterreich ausgelöst worden. Die Kirche solle ihre Position gegenüber Lesben und Schwulen "überdenken" und diesen eine "verstehende und aktive Seelsorge anbieten", hatte die Männerbewegung gefordert und sich auch dafür ausgesprochen, dass die Kirche Lebensgemeinschaften von gleichgeschlechtlichen Partnern "segnen" sollte.
Krenn kündigte Konsequenzen an
Dies hat heftige Reaktionen ausgelöst. Der St. Pöltner Diözesanbischof Kurt Krenn forderte die Verantwortlichen der Katholischen Männerbewegung auf, "ehestens und öffentlich ihre Irrtümer zu widerrufen", er kündigte auch "Konsequenzen" in der Bischofskonferenz an. Die Bischofskonferenz stellte dann auch klar, dass die Segnung einer homosexuellen Beziehung nach kirchlicher Lehre nicht möglich sei.
Bei der Männerbewegung selbst drohten Mitglieder mit dem Austritt, es habe aber auch zahlreiche positive Reaktionen geben, hieß es am Dienstag von diese Seite. Die Katholische Männerbewegung sei gerne zu einem Gespräch mit der Bischofskonferenz über die Frage der Homosexualität bereit, wurde in einer Aussendung betont.
Nachholbedarf
"Ich halte ein Umdenken der Kirche im Umgang mit Menschen gleichgeschlechtlicher Prägung für notwendig, hier gibt es Nachholbedarf", sagte Frauenchefin Hauft, "der erste Schritt dazu muss Akzeptanz sein, die Kirche muss auf diese Menschen zugehen und sie in ihrer Lebensform ernst nehmen, diese nicht als Krankheit oder Irrweg ansehen". Für einen "offiziellen kirchlichen Akt" wie die Segnung sei die Zeit noch nicht reif, "jedenfalls aber werden wir uns für die rechtliche Anerkennung gleichgeschlechtlicher Lebensgemeinschaften einsetzen", kündigte Hauft an.
Walter Wimmer, der Sprecher des Priesterrates der Diözese Linz, forderte ebenfalls "Anerkennung und Respekt" für gleichgeschlechtliche Partnerschaften, "die auf der Grundlage von Liebe, Treue und Verantwortlichkeit" zusammenleben. Zwar könnten solche Partnerschaften nicht als "Ehe" angesehen werden, er halte es aber "für durchaus richtig, diesen Menschen Gottes Segen und Hilfe zuzusprechen", sagte Wimmer.
Die Linzer Homosexuellen-Initiative berichtete inzwischen davon, dass es in Oberösterreich bereits mehrere Pfarrer oder andere Priester gebe, die gleichgeschlechtliche Paare "segneten". (APA)
| 17.07.2001 22:30 MEZ |
"Gott
hat die Homosexualität verboten"
Kurt Krenn stellt die Existenzberechtigung der
Katholischen Männerbewegung infrage
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| Wien - Als unabänderlich
stellte der St. Pöltner Diözesanbischof Kurt Krenn Dienstag im
ORF-"Report" die ablehnende Haltung der Kirche zur Homosexualität
und damit zur Segnung homosexueller Lebensgemeinschaften dar. "Gott
hat die Homosexualität verboten" und die Kirche könne nicht etwas
segnen, was Gott verboten habe. Krenn stellte die Frage nach der
"Existenzberechtigung" der Katholischen Männerbewegung, die für
eine Segnung plädiert hatte - "aber ich beantworte sie noch
nicht", das müssten alle Bischöfe gemeinsam tun.
Eine "katholische Aktion" habe "kein Recht, die Gläubigen zu stören oder in Irrtum zu treiben". Homosexuelle Lebensgemeinschaften zu segnen wäre "so ähnlich, wie wenn wir Waffen segnen würden", meinte Krenn. Die Haltung der Kirche könne sich hier nicht ändern, "wir berufen uns auf die Schöpfung". Gott habe die Menschen als Mann und Frau geschaffen und gewollt, dass diese beiden miteinander eine Familie bilden, "und nicht, dass Mann und Mann und Frau und Frau zusammenfinden". Im Römerbrief stehe, "dass das Unzucht-Treiben von Männern mit Männern eigentlich ein tiefes Zeichen von Sünde, Verwerfung und Unglauben ist". Für Homosexuelle sei, so Krenn, die Kirche "manchmal der fehlende Teil ihres schlechten Gewissens". Betrügt Rom die Menschen? Angesprochen auf die Aussage des Moraltheologe Augustin M. Pötscher OSM von der Päpstlichen Fakultät Marianum in Rom, dass "die Zeit für unsere Kirche noch nicht reif ist", sagte Krenn: "Man betrügt die Menschen", wenn man sage, irgendwann werde die Kirche nichts mehr gegen homosexuelle Lebensgemeinschaften haben - "deshalb ist diese Wortmeldung aus Rom gar nichts wert". Angesprochen darauf, dass die Kirche auch ihre Haltung zur Todesstrafe geändert habe und jetzt dagegen sei, meinte Krenn: Die Todesstrafe werde von der Kirche immer noch als "ultima ratio" der Selbstverteidigung oder Notwehr eines Menschen oder einer Gesellschaft akzeptiert - wobei er persönlich ein Gegner der Todesstrafe sei. Hubert Andiel, der Vorsitzende der Katholischen Männerbewegung Österreichs (KMBÖ), meinte unter Hinweis auf kritischen Aussagen mehrerer Bischöfe zum KMBÖ-Positionspapier: "Ein Segen der Kirche wäre sicherlich ein Zeichen, das von vielen missverstanden würde." Feuerwehren, Autos, Schwule... Für einen kirchlichen Segen plädierte der wegen seines Engagements für Homosexuelle als Pfarrer abgesetzte Johannes Wahala, schließlich segne die Kirche auch "Feuerwehren, Autos, Häuser oder Brunnen". "Positiv" wäre ein kirchlicher Segen als Zeichen der Annahme auch aus Sicht des Rektors der Ruprechtskirche, Joop Roeland. Auch er meinte: Die Kirche segne Autos und Pferde, "warum nicht auch Menschen". Der Pastoraltheologe Paul Zulehner sagte, es sollte überlegt werden, ob die Kirche bei "ethisch astreinen" homosexuellen Beziehungen langfristig nicht "ein gutes Wort sagt". Wenn man das sage, sollte man überlegen, ob nicht "eine Art ritueller Gutheißung, das wäre die Segnung" möglich wäre. Im Zusammenhang mit der Bioethik-Diskussion äußerte sich Krenn kritisch zur Haltung des evangelischen Bischof Herwig Sturm. "Die Evangelischen tun sich mit Ethik immer etwas schwerer", meinte Krenn - weil Sturm sich Forschung an sogenannten überzähligen Embryonen (die durch künstliche Befruchtung entstanden sind, aber keiner Frau mehr eingepflanzt werden) vorstellen kann. Für die katholische Kirche komme es nicht in Frage, "irgend einen Menschen zu Gunsten eines anderen zu opfern". (APA) |
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Katholische Kirche und Homosexuelle Schwul - und dennoch katholischNeue, aber altbekannte Auseinandersetzungen um kirchliche Positionen zur Homosexualität. Von Otto Friedrich |
Straßenbahnen waren den ganzen Juni mit Regenbogenfahnen dekoriert, auch von den Magistratischen Bezirksämtern Wiens flatterten die Erkennungszeichen der Schwulen- und Lesbenbewegung; am letzten Juni-Samstag defilierte schrilles Volk bei der Europride-Regenbogenparade über die Ringstraße. Das US-Magazin “Newsweek" feierte Wiens Homosexuellen-Event gar als Ausdruck besonderer Toleranz, die in Österreich trotz FP-Regierungsbeteiligung - oder: als Antithese dagegen - Einzug gehalten habe.
Sogar in der ÖVP begann das Outing: Einige Jungfunktionäre starteten mit erzbürgerlichen Argumenten und Postkarten (“Stark. Schwarz. Schwul.") eine Kampagne zur Umpolung der Parteimeinung - insbesondere was den Schutzalterparagraphen 209, der erwachsenen Männern Sex mit Burschen unter 18 Jahren verbietet, betrifft.
Nichts zu hören war zu all dem von der katholischen Kirche; als letztes Jahr die internationale Regenbogenparade in Rom stattfand, hatte es hingegen Proteste gehagelt: Der Vatikan hatte das Event als empfindliche Störung des Heiligen Jahres gebrandmarkt. Österreichs katholische Kirchenleitung setzte heuer dagegen nicht auf Protest. Zu solchem sah sie sich erst drei Wochen später veranlasst: Ein Positionspapier der Katholischen Männerbewegung ließ aufhorchen, weil darin nicht nur steht, dass Homosexualität keine Krankheit und nicht selbstgewählt ist, sondern es spricht auch vom Überdenken kirchlicher Positionen: rechtliche Absicherungen homosexueller Partnerschaften sollten ebenso diskutiert werden wie kirchliche Segensfeiern für diese, außerdem tritt das Papier der Katholischen Männerbewegung für eine einheitliche staatliche Festsetzung des Schutzalters - wenn ein solches überhaupt notwendig sei - mit 16 Jahren ein.
Diesen Positionen folgte der kirchliche Rüffel auf dem Fuß. In äußerst scharfem (St. Pöltens Kurt Krenn) oder konzilianterem Ton (der Grazer Hirte Egon Kapellari, Feldkirchs Klaus Küng und Militärbischof Christian Werner, der für die Katholische Männerbewegung zuständig ist) stellten die Bischöfe fest: Segnungen homosexueller Paare widersprechen kirchlicher Lehre; zum Paragraphen 209 forderten die Hirten - wie schon mehrfach zuvor - ein einheitliches Schutzalter von 18 Jahren für homo- wie heterosexuelle Kontakte.
Die katholische Lehrposition ist strikt: Homosexualität wird zwar auch im Weltkatechismus als “nicht selbst gewählt" anerkannt und: “Man hüte sich, sie [homosexuell Veranlagte] in irgend einer Weise ungerecht zurückzusetzen." Aber der Weltkatechismus lässt keinen Zweifel: “Homosexuelle sind zur Keuschheit gerufen", er fordert von ihnen die “Tugenden der Selbstbeherrschung".
Ebenso kein Zweifel dürfte daran herrschen, dass Rom in Sachen “Homosexualität" unbeweglich bleibt. Nicht zufällig ortete der Chef der Glaubenskongregation, Kardinal Joseph Ratzinger, gerade im 1998 beim “Dialog für Österreich" in Salzburg beschlossenen Votum zu “Homosexualität" Glaubensirrtümer: Drei Viertel der von den Bischöfen nominierten Delegierten aus ganz Österreich hatten bei der Salzburger Versammlung der Vorlage zugestimmt, nach der auch Homosexuelle unter der “sittlichen Verpflichtung" stünden, “ihre geschlechtliche Art zu bejahen und verantwortlich in das gesamte menschliche Verhalten zu integrieren". Es ist somit auch kein Zufall, dass das in diesem Votum geforderte bischöfliche Positionspapier über pastorale Leitlinien zur Homosexualität zumindest nicht öffentlich bekannt wurde.
Kirche vs. Realität?
Ebenso kein Zufall ist es, dass im
katholischen Milieu Ansichten zur Homosexualität analog den Positionen der
Katholischen Männerbewegung immer wieder laut werden. Und meistens von offenen
oder versteckten (= Anzeige in Rom) Konflikten zwischen konservativen und
liberalen Katholiken begleitet sind: Vor eineinhalb Jahren etwa musste ein
Solidaritätspreis der Linzer Kirchenzeitung, der der Homosexuellen-
initiative HOSI verliehen werden sollte, wieder zurückgezogen werden. Ein
anderes Beispiel: In der Diözese Graz erregte ein Anfang 2001 aufgelegter
Folder des diözesanen Pastoralamtes zur “Seelsorge mit homosexuellen
Menschen" einige Gemüter. Der Folder war bald vergriffen, er wird, so
Heinz Schubert von der steirischen “Arbeitsgemeinschaft Homosexualität und
Glaube", zur Zeit nicht neu aufgelegt.
Der mit diesen Beispielen angedeutete Konflikt zwischen Kirchenlehre und gesellschaftlicher Realität ist nicht neu. Er verschärft sich allerdings auch hierzulande. Paradoxerweise trägt gerade das pastorale Bemühen um Homosexuelle, wie es schon der Weltkatechismus anregt, aber auch alle Bischofs-Stellungnahmen - außer jener Kurt Krenns - zur Katholischen Männerbewegung beteuern, dazu bei. Seelsorger in der Homosexuellenpastoral bestätigen ebenfalls: Sich auf Homosexuelle einzulassen, endet fast immer bei der Frage, ob und wie diese ihre sexuelle Orientierung annehmen und leben können.
Im eben erschienenen Diskussionsband “Eingetragene Lebenspartnerschaft" (Verlag F. Pustet, Regensburg) schreibt der Innsbrucker Jesuit und Moraltheologe Hans Rotter: “Einige kirchliche Lehräußerungen verlangen vom Homosexuellen völlige geschlechtliche Enthaltung. [...] Damit verlangt man mehr als vom zölibatären Priester. Denn dieser wird zu seinem Stand nicht gezwungen, sondern soll sich in Freiheit dazu entscheiden. [...] Vom Homosexuellen dagegen verlangt man die völlige geschlechtliche Enthaltung unabhängig von seiner Freiheitsentscheidung. Viele werden dadurch überfordert sein. Für sie käme es darauf an, sexuelle Beziehungen möglichst human und sittlich zu gestalten."
Rotters Position ist in der katholischen Kirche derzeit nicht konsensfähig. Das mag für mit Recht ungeduldige Betroffene schmerzlich sein. Es führt dennoch (auch für Bischöfe!) kein Weg daran vorbei, die Auseinandersetzung zwischen den Positionen weiter zu führen.
Aber bitte: Nicht über die Köpfe der Homosexuellen hinweg, sondern gemeinsam mit ihnen gilt es, gangbare Wege zu finden. Jedenfalls mit jenen Homosexuellen, welche ihre Hoffnung auf die Kirche noch nicht aufgegeben haben.